Modulworkshops

Luft bewegen

Die Workshops der Jurij-Vasiljev-Akademie sind als Module konzipiert. Alle hängen inhaltlich mit allen zusammen und sind doch frei kombinierbar. Es gibt Wochenendmodule und fünftägige Blockmodule. Alle Workshops werden von Jurij Vasiljev persönlich gehalten und von seinem langjährigen Dolmetscher Tomáš Ondrušek simultan gedolmetscht.

Die ersten Workshopmodule finden 2020 statt.

Wir informieren Sie bis dahin gerne über externe Workshops von Jurij Vasiljev.

 

Workshop-Module der Jurij-Vasiljev-Akademie:

Wochenend- Workshops

Balltraining intensiv

Dieser intensive Wochenendworkshop widmet sich mit Haut und Haar dem legendären Jurij-Vasiljev-Balltraining. Wir benutzen den Ball als Objekt, als koordinative Herausforderung, als Strukturgeber und als eigenwilligen Spielpartner, der uns zuweilen kräftig bei unseren Emotionen zu fassen kriegt. Alleine mit dem Ball, zu zweit und in der Gruppe loten wir die stimmlichen und sprecherischen Möglichkeiten aus, die sich aus der immerwährenden hochphysischen Auseinandersetzung mit dem Ball ergeben.

 

Imagination-Bewegung-Stimme

In diesem Wochenendworkshop bringt die Imagination unseren Körper in  organische, kraftvolle, elastische und nicht auf Wirkung bedachte Bewegung. Erst aus diesem unverstellten Sein im Moment kann sich die Stimme als Erweiterung unseres physischen Handelns organisch entfalten. Das Tönen und Sprechen, das wir hieraus entwickeln, gehorcht  physischen und psychischen Gesetzen und nicht einer von außen auferlegten formalen Prämisse. So gelangen wir zu ganz neuen Möglichkeiten und Nuancierungen des stimmlichen Ausdrucks.

 

Schauspiel ohne Spiel

In diesem Wochenendworkshop werden wir uns leidenschaftlich von allem unnötigen Ballast der Künstlichkeit befreien, den wir als Schauspieler so mit uns herumtragen, obwohl wir es meist gar nicht wollen und es uns oft auch nicht bewusst ist.  Wir werden uns streng aber liebevoll auf die Suche nach der rigorosen Echtheit machen, durch die große Expressivität überhaupt erst möglich gemacht wird. Wir arbeiten in der Improvisation mit dem Partner und auch mit kleinen dramatischen Szenen und entwickeln ein Gespür für die Mittel, die uns helfen können, das So-Sein auf der Bühne von Moment zu Moment zu leben, ohne sich gleich wieder hinter der nächsten Scharade zu verstecken.

 

Partnertraining - Vom Klang zur Sprache

In diesem Wochenendworkshop beginnen wir, ausgehend von unserer Imagination und der daraus motivierten Bewegung, mit dem Klang als Ausdruck von Handeln, Befinden und Kommunikation. Wir "machen" keine Töne, sondern der  Ton entsteht aus allem, was in uns und um uns ist. Der stimmliche Klang wird so reich an kommunikativer und expressiver Information, die wir in den Partner hineingeben. Wir schlagen dann die große Brücke zur Sprache, und üben uns darin, dass dieser klangliche Reichtum in seiner ganzen Fülle erhalten bleibt, auch wenn unsere Klänge nun vermeintlich trockene Worte sind. 

 

Partnertraining - Vom Text zum Spiel

In diesem Wochenendworkshop beschäftigen wir uns intensiv mit der großen Aufgabe, ein Stück Papier mit schwarzen Zeichen darauf, einen dramatischen Text, zum unbedingten, momentanen und spontanen Leben zu erwecken. Wir entdecken, wie uns der dramatische Text dabei hilft. Und wir entdecken, wo die anspruchsvolle schöpferische Aufgabe des Schauspielers beginnt, nämlich bei all dem, was im Text gar nicht steht.  Wir begeben uns in den unverstellten Kontakt mit dem Partner und tauchen persönlich in die Welt des Stückes hinein, und schaffen so einen Augenblick Leben.

 

Ohne Worte sprechen

Dieser Workshop befasst sich intensiv mit dem, was in jedem Moment auf der Bühne geschieht, zwischen den Worten und während der Worte: Mit der Kommunikation, die man sieht, der Kommunikation des Körpers. Wir erproben, wie wir, ohne zu sprechen, Interesse oder Abneigung gegenüber dem Partner, innere Zustände wie zum Beispiel Emotionen, Motivationen und selbst Charakterzüge in einem fort zum Ausdruck bringen. Und wir lernen auch, die feine Durchlässigkeit zu entwickeln, die es uns ermöglicht, solche Impulse vom Partner wahr- und aufzunehmen, so dass sie wiederum uns selber zum Handeln bringen. 

 

 

Block-Workshops

Dialogisches Handeln

In diesem Workshop widmen uns uns hingebungsvoll der Kunstform des Dialogs. Wir lernen, jede Replik als Handlung zu begreifen, die in den Partner hineinreicht und ihn bewegt. Und wir entdecken, wie es ist, sich selber vom Partner im Dialog bewegen zu lassen. Wir entdecken die verschiedenen Ebenen, auf denen Dialog stattfinden kann, den Raum, den Körper, den Blick, den Körperkontakt, und die ganze sprachliche und stimmliche Fülle, die sich ergibt, wenn wir wirklich in den Kontakt mit dem Partner gehen und nicht vorher schon wissen, was kommt. 

 

Improvisation

In diesem sehr spielerischen Workshop werden wir ausschließlich improvisieren. Mut und Spontaneität werden ebenso geschult wie das sich unbedingt Einlassen auf den Partner auf der Bühne. Wir erproben ein Gefühl für Handlung und für Zeit und lernen uns selber kennen als sensibel reagierenden Agitator, dem nichts anderes übrig bleibt, als von Moment zu Moment zu leben. 

 

Impuls und Ausdruck

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit unseren Impulsen, den feinen Handlungsaffekten, die unser Spiel erst organisch machen, die aber auf der Bühne oft verloren gehen. Wir entwickeln eine Freiheit, die es uns ermöglicht, diese Impulse überhaupt zu erleben, statt körperlich paralysiert auf der Bühne herumzustolzieren. Dann üben wir, sie wahrzunehmen und ernstzunehmen.  Und dann lernen wir vor allem, mit Zutrauen aktiv die Gelegenheit beim Schopfe zu ergreifen und ihnen zu folgen.

 

E = M*V - Training der Stimmenergie

In diesem Trainingsworkshop wird es uns vor allem darum gehen, das Energiepotenzial der Stimme zu erweitern. Hierzu aktivieren wir maximal unsere gesamte physische und psychische Person und gehen in intensiven Kontakt mit Partner und Außenwelt. So wird es schlichtweg notwendig, dass wir den kommunikativen Einsatz erhöhen. Unsere Stimme gewinnt dadurch deutlich an Tragfähigkeit und Nuancierung und legt undienliche Gewohnheiten und theatrale Manierismen einfach ab. 

 

Futurismus der Stimme

Dieser besondere Workshop lotet die Grenzen aus, die unserer Stimme durch ihre Anatomie auferlegt sind. Wir spielen mit den Registern, mit Lauten und Geräuschen und lassen sprachliche Klänge entstehen, die wir von uns selber nie erwartet hätten. All das tun wir organisch, aus Imagination und Bewegung heraus, im Kontakt mit dem Partner. Wir verabschieden uns hier womöglich auch von einem zu eng gefassten Begriff der Natürlichkeit, denn es wird uns klar werden, dass alles, was wir von uns selber nicht gewohnt sind, uns zunächst einmal unnatürlich vorkommen wird. So jaulen, wispern und singen wir uns in ungeahnte stimmliche Gefilde und erweitern so unsere schauspielerische Expressivität.

 

Regie

In diesem Workshop erarbeiten wir uns das elementare handwerkliche Rüstzeug für die Theaterregie. Schon beim Lesen entwickeln wir unsere szenische Fantasie über die Figuren und ihre Beziehungen, und lernen dann, sie auf sinnliche Art mit den Schauspielern zu kommunizieren, die von der Regie im besten Falle nicht nur angeleitet, sondern zur gemeinsamen schöpferischen Arbeit inspiriert werden wollen. Wir lernen, eine Probe zu leiten und inszenatorisch auf ein Ziel hinzuarbeiten: Ein lebendiges Sein in Raum und Zeit auf die Bühne zu stellen.